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Erfahrungsbericht 1 von R. H. vom 16.11.2013

Üben, Üben, Üben!

Ich habe die Ropana Methode vor gut 13 Jahren kennengelernt und war im August 2000 das erste Mal bei einem Seminar von Roland Pauli.  Die Methode schlug bei mir gut an und viele Jahre war ich mit meinem Sprechen sehr zufrieden. Irgendwann bin ich jedoch nachlässig geworden, habe nicht mehr geübt, die Gedanken an die Inhalte der Methode schwanden und im Alltag verblasste vieles von dem, was ich vor 13 Jahren erlernt hatte. Mit dem Sprechen ging es ziemlich bergab. Originalzitat meiner lieben Frau Betti, mit der ich seit 10 Jahren zusammen bin: „So habe ich Dich nicht kennengelernt!“. Das gab mir zu denken. Eine Auffrischung musste her!

So habe ich bei einem weiteren Seminar im November 2013 in Erlangen teilgenommen.

Ein paar weitere  Vorbemerkungen:
Von mir existiert bereits der „Erfahrungsbericht 5“ aus dem Jahre 2000.
-   Hier habe ich (wie ich finde) recht anschaulich die Methode in eigenen Worten und meine Vorgeschichte beschrieben.

  • Ich habe von meiner Selbsttherapie durch lautes Vorlesen in den Jahren davor berichtet, und wie mich die Ropana Methode weitergebracht hat.
  • Wenn ich meinen Bericht lese und nun mit den Erfahrungen des neuen Seminars vergleiche, bin ich erstaunt und beeindruckt, wie sehr die Ropana Methode bereits vor 13 Jahren ein in sich abgeschlossenes Gebilde war, das zwar immer weiter verfeinert wurde, sich aber in den Kernaussagen damals bis heute nicht verändert hat! Dies möchte ich mit einem großen Kompliment an Roland verbinden. Nichts finde ich weniger überzeugend als Menschen, die im Laufe der Jahre ihre Ansichten grundlegend ändern, (wie so mache Politiker); im Umkehrschuss möchte ich somit sagen, durch ihre Konstanz und Abgeschlossenheit wirkt die Methode nochmals überzeugender!

Was habe ich nun aus diesem Seminar neu als elementar wichtig erlernt?
Es steht in der Überschrift:

Üben, Üben, Üben.

Warum? Die Ropana Methode (so wie jede Methode auch) funktioniert nur, wenn man sie immer anwendet:

Ein Beispiel:
Man unterhält sich in angenehmer, kleiner Runde locker, ungezwungen und stotterfrei. Plötzlich kommt ein Chef / ein Lehrer / oder sonstige (Respekts)-personen dazu, oftmals reichen auch unbekannte Leute. Schlagartig kann sich die Situation verändern, der Stresspegel steigt und man fängt an zu stottern. Jeder von uns kennt dieses. Ein der Ropana Methode Kundiger, der nun in dieser Situation die Methode anwenden will, wird scheitern. Eine Methode, die exakt im kritischen Augenblick auf Fingerschnipp funktioniert, GIBT ES FÜR UNS STOTTERER NICHT. Es muss VORHER EINGEÜBT werden.

Es hilft demnach dann, wenn man vorher auch in guten Sprechsituationen die Methode angewendet und eingeübt hat. Dadurch erlangt man die Sicherheit, die Methode auch dann gut anzuwenden, wenn die Situation stressig wird. Und selbst dann wird man die ersten Male scheitern. Die große Kunst, und jeder Stotterer braucht viel Durchhaltevermögen, ist nun, sich NICHT entmutigen zu lassen, sich NICHT zu grämen, und die Methodik wieder und wieder anzuwenden. Man soll nicht so sehr auf das Ergebnis achten, sondern auf die Einhaltung der Elemente der Methode.

Dann wird es funktionieren!

Es erscheint uns jedoch anfangs schwierig und sehr ungewohnt, ja „unnormal“:

  • die Pausen einzuhalten
  • bei einer Blockade oder drohender Blockade abzusetzen und mit dem Einhalten einer Pause neu zu starten

Es wird aber für einen irgendwann, und NUR DANN normal erscheinen und normal werden, wenn man es regelmäßig anwendet. Diese regelmäßige Anwendung wird wiederum viel einfacher durch: ja, genau, langsam dürfte es jedem klar sein:

Üben, Üben, Üben

Dieses kann geschehen

  • in Telefonaten oder im persönlichen Gespräch mit z.B. Eingeweihten, Freunden, Familienmitgliedern, Seminarteilnehmern oder Roland Pauli
  • auch nur für sich selbst. Ich zum Beispiel lese mir gerne selbst (oder meiner Frau) vor, unter Einbeziehung der Elemente; auch hier verweise ich nochmals auf meinen ersten Erfahrungsbericht (Übrigens hat sich durch Selbst-Vorlesen der Schnell-sprecher der Nation, Dieter Thomas Heck, vom Stottern befreit).

Dazu kommt das Einüben und Verinnerlichen der Leitsätze der Methode morgens und abends. Auch diese Verinnerlichung, die eine enorme Ausstrahlung auf den Alltag hat, erfolgt nur durch Regelmäßigkeit, gelegentliches Auslassen ist schon zu viel! Somit gilt auch hier wieder: Üben, Üben, Üben!!!

Ich habe in der nun einen Woche nach dem Seminar ein immenses Verbessern meines Sprechens festgestellt. Die Leitsätze kann ich längst auswendig und verinnerliche sie jeden Tag. Meine Gesprächspartner warten alle geduldig, bzw. die Pausen als normal ansehend. Auf diverse Nachfragen bekam ich die Antwort, ihnen wäre gar nichts aufgefallen. Mir bereitet das Sprechen eine viel größere Freude, und vielleicht hat sich auch schon der eine oder andere Gesprächspartner gedacht, dass es wieder angenehmer ist, mir zuzuhören.

Die Erkenntnisse, die ich beschrieben habe, sind in keinster Weise neu. Sie wurden uns in eindrucksvoller Weise von Roland im Seminar vermittelt und ich wollte es hier aus meinem eigenen Blickwinkel nochmals formulieren und so deutlich darstellen. Ich bin sehr froh, bei dem Seminar diese Auffrischung bekommen zu haben, und möchte mich noch einmal ganz herzlich bei Roland Pauli bedanken!

P.S.
Zwei weitere Anmerkungen, die aus sehr interessanten Gesprächen während des Seminars resultierten, die ich nicht mit obigem „mischen“ wollte:

  • Man darf vielleicht, da ja das Sprechen tatsächlich um die Pausen und die ruhige Sprechweise verlangsamt wird, nicht zu sehr abschweifen. Auf den Punkt kommen, klare Sätze mit eindeutiger Aussage zu formulieren, hilft, das Gespräch in ruhigen Bahnen zu halten.
  • Des Weiteren ist es oftmals hilfreich, Gesprächspartner in die Methode einzuweihen. Dieses nimmt einem den Druck, zu meinen, der andere könnte die Pausen nicht abwarten (was oftmals nicht der Fall ist, aber es geht ja um die eigene Stress-Minderung).

R. H.

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